Warum schreibst Du eigentlich?

Diese Frage hörte ich schon öfter.  Ich antworte dann immer: Wenn ich schreibe, geht's mir gut.

Ein Tag ohne Schreiben ist ein verlorener Tag. Ob die Ergüsse dann jemand lesen will oder nicht, ist eher zweitrangig. Natürlich freue auch ich mich, wie jeder andere Autor auch, über möglichst viele Leser und noch viel mehr über Lob und Anerkennung.

Manchmal glaube ich, wenn es beruflich mal hie und da nicht allzu rund läuft, dass Schreiben womöglich das einzige ist, was ich kann. Und wenn ich dann an der Überarbeitung eines Textes sitze, bin ich wieder vom genauen Gegenteil überzeugt. Wie auch immer, über die Qualität meiner Schreiberei müssen andere entscheiden. Wenn ein Buch fertig ist und ich es für veröffentlichungswürdig halte, bin ich meist recht stolz auf das, was ich fabriziert habe, und manchmal gar überrascht. Einige Monate später sieht es wieder ganz anders aus. Aber so ist das nunmal, man entwickelt sich ja auch weiter (sollte man wenigstens).

 

An meinem allerersten Roman „Zaunreiter“ schrieb ich fast 10 Jahre lang. Nach 11 kompletten Überarbeitungen fand ich ihn endlich gut genug. Ich fand dafür sogar eine sehr angesehene Agentur, die ihn bei diversen großen Verlagen anbot. Leider ohne Erfolg, passte eben in keine Schublade – da geht es mir wie unzähligen anderen Autor_innen. Meine beiden Kinderbücher Lillebob und Hermann Hase versuchte ich erst gar nicht, bei Agenturen oder Verlagen vorzustellen. Meine ersten Gehversuche als Self Publisher waren allerdings von eher mäßigem Erfolg. Egal. Die Kommentare der Leser_innen waren mir Lohn genug (vorerst).

Mein neuester Roman, die „Aschenwelt“ – ich gebe es zu – versuchte ich wieder, Agenturen anzubieten. Fanden alle super, den Anmerkungen konnte ich gar entnehmen, dass sie ihn tatsächlich gelesen hatten. Sie sahen aber trotzdem keine Chance, den Roman in einem Verlag unterzubringen. Gleiches Problem wie schon zuvor.

Gut, sage ich mir, nehme es als Zeichen und versuche mich wieder als Self Publisher. „Aschenwelt“ ist mein erster Roman, den ich ernsthaft unters Volk bringe. Weil er mir wichtig ist und mir sehr am Herzen liegt, weil viel Herzblut drin steckt.

 

Derzeit schreibe ich an einem neuen Roman mit dem Arbeitstitel „Kinder der Revolution“. Wenn ich mir die Ereignisse in meiner Heimatstadt Hamburg in den letzten Wochen so anschaue, Stichwort Gefahrengebiet, liege ich damit glaube ich ganz gut. Keine Ahnung. Ich werde über das Fortschreiten an diesem Roman immer mal wieder in meinem Blog berichten.

 

Ich freue mich auf Dich und Sie und alle, die meine Bücher lesen. Und natürlich über ehrliche und konstruktive Meinungen!

 

Timon Schlichenmaier